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Winterstars schwitzen am Gletscher

Oberstdorferinnen bringen sich auf dem Dachstein in der Ramsau in Form für die kommende Saison, während ein Sonthofer nach einer Verletzung noch um den Anschluss kämpft.

Winterstars schwitzen am Gletscher

Während die Hitzewelle durch ihre Heimat rollt, schwitzen die Allgäuer Wintersport-Stars auf dem Gletscher für die kommende Saison. Die Ski-Langläufer Sebastian Eisenlauer, Florian Notz, Sandra Ringwald, Nicole Fessel, Laura Gimmler (Skiclub Oberstdorf) und die Buchenbergerin Hanna Kolb bringen sich auf dem Dachstein in der Ramsau in Form. Der Deutsche Ski-Verband (DSV) richtet das einwöchige Trainingslager in Österreich mit den Athleten des A- und B-Nationalkaders aus.

„Wir haben hier oben auf 2600 Metern absolute Traumbedingungen, morgens zumindest“, sagt der Sonthofer Sebastian Eisenlauer unserer Zeitung im Telefoninterview: „Aber je länger der Tag dauert, umso mehr fühlt es sich an, als würde man bei uns unten im April langlaufen wollen.“ Dabei steckt das Oberallgäuer Sextett, allesamt Mitglieder des Regionalteams „Allgäu Ein&zwanzig“, schon mitten in der Vorbereitung auf den kommenden Winter. Eisenlauer selbst beispielsweise ist am 23. April aus dem Urlaub zurückgekommen, Flo Notz hat nach einem einwöchigen Urlaub mit Freundin Laura Gimmler zwei Wochen genutzt „um mal so richtig die Beine hochzulegen“, sagt der 25-Jährige.

Volles Programm im Sommer

Mit dem Beginn des Monats Mai allerdings „fangen alle wieder nach und nach an, sich in Form zu bringen“, erzählt Notz. „Wir waren mit dem Nationalteam auf dem Stilfser Joch, sind jetzt in der Ramsau, gehen im
Juli nach Norwegen, später in eine Skihalle nach Oberhof und im Herbst noch einmal auf einen Gletscher. Das Ziel ist, dass wir in jedem Monat auf Schnee trainieren.“ Für Notz selbst, der auf eine grundsolide Saison mit zahlreichen Top-20-Plätzen zurückblickt, gehe es in der Vorbereitung in erster Linie darum, sich „kräftetechnisch zu verbessern“, sagt der Wahl-Oberallgäuer. „Ich muss den Fokus darauf legen, mit mehr Power aus den Beinen zu kommen. Ansonsten fühle ich mich wunderbar.“

Auf dem Weg dahin ist auch Sebastian Eisenlauer. Der 27-Jährige befindet sich nach seiner schweren Schulterverletzung, die ihn nach dem Sturz im Teamsprint am 26.  Februar zum Ausstieg bei der WM in Lahti zwang, im Aufbau. „Im Training beeinträchtigt mich die Verletzung nicht mehr – ich kann wieder voll mitziehen, habe nur noch ganz leichte Bewegungseinschränkungen“, beschreibt der Athlet vom Skiclub Sonthofen, zuletzt zweimal deutscher Meister.Eisenlauer zurück in der Spur.

Zwei Monate habe er nach dem vorzeitigen WM-Aus insgesamt pausiert – aller Anfang war hernach entsprechend schwer. „Ich widme mich sehr viel individuellem Training – das Krafttraining für die Schulter hat im Moment
Priorität“, sagt Eisenlauer. Da kommt das Gletscher-Training mit dem Kader gerade recht: viel Grundlagentraining bei einer Intensität von 80 Prozent, dafür aber in hohen Umfängen. Nach der Rückkehr in die Heimat, steht wochenlanges Training auf Skirollern mit zwei Einheiten täglich an.

Für Sebastian Eisenlauer und Co. stellt sich die Frage nach der Motivation in den „heißen Monaten der Vorbereitung“ freilich nicht. „Wenn man seinen Sport mit Leidenschaft ausübt, braucht man keinen Antrieb“, sagt Eisenlauer: „Die Bedingungen zuhause sind immer ein Traum. Im Winter auf Schnee, im Sommer eben auf Rollern.“

Text: Ronald Maior | Allgäuer Anzeigeblatt
Bild: Allgäu ein&zwanzig